ISMS: Einstellungen, Standardwerte und Datenimport

Geändert am Di, 27 Okt um 3:04 NACHMITTAGS

Mit den Einstellungen passt du Ariadne ISMS an die Regeln eurer Organisation an: ab wann ein Risiko als kritisch gilt, wie oft neu bewertet wird und welche Ausfallszenarien ihr in der Business-Impact-Analyse (BIA) betrachtet. Über den Datenimport bringst du vorhandene Bestände per Excel ins System, statt sie einzeln anzulegen.

Voraussetzungen

  • Für die meisten Einstellungen und den Datenimport brauchst du die Rolle Admin.
  • Tags, Kategorien und Kataloge pflegen auch Key User.
  • Alle anderen Mitglieder können die Einstellungen lesen, aber nicht ändern.

Einstellungen öffnen

Öffne unten links das Benutzermenü und klicke auf Einstellungen. Die Einstellungen öffnen sich als Fenster mit diesen Bereichen:

  • Risikobehandlung: Score-Bereiche, automatische Akzeptanz, Neubewertung von Risiken
  • BIA-Konfiguration: Szenarien, Zeiträume und Intoleranzstufe der BIA
  • Informationsklassifizierung: Neubewertung von Informationen
  • Tags und Kategorien
  • Mitglieder: Mitglieder und Rollen
  • Datenimport: Import per Excel
Wichtig: Jeder Bereich hat eine eigene Schaltfläche Speichern. Speichere einen Bereich, bevor du zum nächsten wechselst.

Wissen, wer was ändern darf

Stammdaten

Tags, Kategorien, Risiko- und Maßnahmenkatalog

Key User, Admin

Damit ordnest du Datensätze und stellst Vorlagen für häufige Risiken und Maßnahmen bereit. Die Kataloge erreichst du über das Benutzermenü unter Risiko- und Maßnahmenkataloge.

Regeln und Zugänge

Risikobehandlung, BIA-Konfiguration, Informationsklassifizierung, Mitglieder, Datenimport

Admin

Damit legst du fest, wie bewertet und wiedervorgelegt wird, wer welche Rolle hat und welche Daten importiert werden.

Bewertungsschema und Ariadne-Integration

Auswirkungs- und Wahrscheinlichkeitsskala, Verbindung zu Ariadne

Ariadne-Support

Diese Einstellungen wirken auf alle Bewertungen im System. Wende dich für Änderungen an unseren Support.

Die Bewertungsskalen verstehen

Mit der Auswirkungsskala bewertest du Vertraulichkeit und Integrität von Informationen, die BIA und die Auswirkung von Risiken. Im Produktstandard hat sie fünf Stufen:

WertAuswirkungBeschreibungWahrscheinlichkeit
1VernachlässigbarKein nennenswerter SchadenSelten
2GeringGeringer Schaden, im Regelbetrieb beherrschbarUnwahrscheinlich
3MittelSpürbarer Schaden, mit Managementaufwand beherrschbarMöglich
4SchwerwiegendSchwerer Schaden mit erheblichen AuswirkungenWahrscheinlich
5KatastrophalKatastrophaler Schaden, Fortbestand gefährdetFast sicher

Die Skalen lassen sich an eure Organisation anpassen (3 bis 6 Stufen). Vor einer Änderung zeigt dir der Support eine Vorschau. Danach rechnet das System bestehende Informationsbewertungen und BIAs automatisch um. Schutzbedarf und BIA arbeiten mit den Stufen, die Risikobewertung kann feinere Werte derselben Skala nutzen.

Risikobewertung und Wiedervorlage festlegen

Unter Einstellungen > Risikobehandlung legst du fest, wie der Risiko-Score (Auswirkung × Wahrscheinlichkeit) eingeordnet wird und wann Risiken wieder auf den Tisch kommen.

EinstellungWofürProduktstandard
Score-BereicheAb welchem Score ein Risiko Niedrig, Mittel, Hoch oder Kritisch istNiedrig ab 1, Mittel ab 5, Hoch ab 10, Kritisch ab 17 (max. Score 25)
Schwellenwert für automatisches AkzeptierenRisiken unter diesem Score werden automatisch akzeptiert0 = aus
NeubewertungsintervalleNach wie vielen Tagen ein Risiko je Score-Bereich neu bewertet wirdKritisch 90, Hoch 180, Mittel 365, Niedrig 730 Tage
Standard-MaßnahmenfristStandardfrist für neue Maßnahmen90 Tage
Wichtig: Willst du die automatische Akzeptanz einschalten? Dann lass den Schwellenwert von eurer Geschäftsleitung beschließen, denn sie trägt die akzeptierten Risiken. Eine Änderung des Schwellenwerts bewertet bestehende Risiken nicht automatisch neu.

Die BIA an eure Organisation anpassen

Unter Einstellungen > BIA-Konfiguration legst du fest, welche Szenarien und Zeiträume Prozessverantwortliche in der BIA bewerten. Im Produktstandard sind drei Szenarien hinterlegt:

SzenarioLeitfrage
Aufgabenerfüllung und ServicefähigkeitWie stark beeinträchtigt ein Ausfall zentrale Aufgaben, Services, Termine oder die operative Steuerung?
Schutzpflichten und ComplianceWelche Folgen entstehen für gesetzliche, vertragliche oder regulatorische Pflichten, Datenschutz oder die Sicherheit von Personen?
Wirtschaftliche und externe AuswirkungenWelche finanziellen Schäden, Folgekosten, Vertragsstrafen oder Vertrauens- und Reputationsverluste entstehen?
  • BIA-Szenarien: Szenario mit Name und Beschreibung über Hinzufügen ergänzen. Mindestens ein Szenario ist nötig.
  • BIA-Zeiträume: Zeitraum mit Wert und Einheit über Hinzufügen ergänzen. Standard sind 8 Stunden, 24 Stunden, 72 Stunden und 14 Tage. Die Zeiträume müssen aufsteigend sein.
  • BIA-Intoleranzstufe: Die Auswirkungsstufe, ab der ein Ausfall als nicht mehr tragbar gilt. Standard ist Schwerwiegend. Daraus berechnet das System die maximal tolerierbare Ausfallzeit (MTA).
Gut zu wissen: Änderst du die Intoleranzstufe, rechnet das System alle BIAs und MTAs automatisch neu. Du musst keine BIA erneut erfassen.

Die Neubewertung von Informationen steuern

Unter Einstellungen > Informationsklassifizierung legst du fest, wann Informationen wieder zur Bewertung anstehen. Maßgeblich ist der höhere Wert aus Vertraulichkeit und Integrität.

FallProduktstandard
Erste Bewertung einer neuen Informationfällig nach 90 Tagen
Katastrophal90 Tage
Schwerwiegend180 Tage
Mittel365 Tage
Gering und Vernachlässigbar730 Tage
Wichtig: Ein Intervall von 0 bedeutet: keine Neubewertung für diese Stufe. Verschwindet nach einer Bewertung die Fälligkeit an einer Information, prüfe hier, ob für die Stufe ein Intervall eingetragen ist.

Tags, Kategorien und Mitglieder pflegen

  • Kategorien: Kategorien pflegst du je Objekttyp getrennt. Für Assets ist die Kategorie Pflicht. Jede Asset-Kategorie erscheint als eigener Eintrag in der Navigation unter Sekundäre Assets.
  • Tags: Mit Tags ordnest du Datensätze objektübergreifend und filterst die Listen danach.
  • Mitglieder: Hier vergibst du die Rollen Mitarbeitende, Key User oder Admin. Jedes Mitglied hat genau eine Rolle, neue Mitglieder starten als Mitarbeitende.

Bestände per Excel importieren

Hast du Assets, Risiken oder Kataloge schon in einer Tabelle? Dann importierst du sie unter Einstellungen > Datenimport mit einer Excel-Datei, statt sie einzeln anzulegen. Den Import können nur Admins ausführen.

Die Import-Datei aufbauen

Tabellenblatt (Name in der Excel-Datei)KennungSpalten
Risk catalogRT-id, title, category, tags, linked_measures, content
Measure catalogMT-id, title, category, tags, linked_risks, content
AssetsAS-id, title, category, tags, owner, content
InformationsIN-id, title, category, tags, owner, content
RisksRI-id, title, category, tags, owner, linked_risk_catalog, asset, content
MeasuresMS-id, title, category, tags, owner, linked_risks, content

Auch Geschäftsprozesse (BP-) lassen sich importieren, mit Titel, Beschreibung, Verantwortlichem und beliebig vielen Ariadne-Seiten-IDs. Enthält ein Prozess eine BIA, muss darin mindestens eine Zelle bewertet sein.

So geht das System mit Kennungen um

  • Neue Kennung: Der Datensatz wird angelegt.
  • Kennung existiert bereits: Der Datensatz wird aktualisiert. Ist er archiviert, wird er wiederhergestellt statt doppelt angelegt.
  • Kennung gehört zu einem anderen Objekttyp: Die Zeile wird abgelehnt.

Die Vorschau prüfen

Vor dem Import zeigt dir eine Vorschau, was übernommen wird:

SituationErgebnis
Titel fehltFehler
Kategorie unbekanntWarnung Import ohne Kategorie
Tag unbekanntWarnung Tag wird übersprungen
Tipp: Lege Kategorien und Tags an, bevor du importierst, und gib bei Assets immer eine gültige Kategorie an. So vermeidest du Warnungen und Nacharbeit.

Ariadne mit dem ISMS verbinden

Damit du Geschäftsprozesse aus Ariadne übernehmen und auf Ariadne-Seiten verweisen kannst, muss das ISMS mit eurem Ariadne verbunden sein. Diese Verbindung richtet der Ariadne-Support ein. Standardmäßig ist sie nicht aktiv.

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