Wenn du dein ISMS bei den Geschäftsprozessen und Informationen beginnst, bekommst du von Anfang an eine klare Priorisierung: Du weißt, welche Systeme wirklich kritisch sind, und kannst jede Einstufung im Audit begründen. Hier erfährst du, welche typischen Probleme du damit vermeidest und wie das in der Praxis aussieht.
Drei Probleme, die du dir sparst
Viele ISMS-Projekte geraten an denselben Stellen ins Stocken. Ariadne ISMS ist so aufgebaut, dass du diese Stolpersteine von vornherein umgehst.
Zwei Sprachen im Unternehmen
Prozesse hier, Assets und Schutzziele dort
Das Qualitätsmanagement spricht von Prozessen, das ISMS von Assets, Risiken und Schutzzielen. Fachbereiche fühlen sich dadurch oft nicht angesprochen.
Einstieg über IT-Assets erzeugt Prüfaufwand
Eine Matrix ohne Ende
Wer jedes Asset einzeln prüft, rechnet schnell so: 100 Assets mal 47 elementare Gefährdungen des BSI mal drei Schutzziele mal die Controls aus Annex A. Heraus kommt eine riesige Matrix, die nichts priorisiert.
Keine echte Priorisierung
Kritikalität nach Bauchgefühl
Ohne den fachlichen Blick schätzt die IT ein, wie kritisch ein System ist. Im Audit lässt sich das schwer begründen.
Begründbar im Audit
Statt „Was sichern wir ab?“ fragst du zuerst: „Was dürfen wir nicht verlieren?“ Diese Reihenfolge hat zwei handfeste Vorteile:
- Nachvollziehbarer Schutzbedarf: Für jedes System kannst du zeigen, welche Informationen und Prozesse seinen Schutzbedarf bestimmen.
- Verantwortung bleibt im Unternehmen: ISO 27001 verlangt, dass das ISMS nicht vollständig an die IT delegiert wird. Über Geschäftsprozesse und Informationen bindest du die Fachbereiche und die Leitung automatisch ein.
Wer was beiträgt
Jede Rolle bringt das Wissen ein, das sie ohnehin hat. So verteilt sich die Arbeit sinnvoll:
| Fachliche Rolle | Beitrag |
|---|---|
| Prozesseigner | Benennt die Informationen im Prozess und führt die Business-Impact-Analyse durch. |
| ISB | Achtet auf konsistente Bewertungen und behält das Gesamtbild im Blick. |
| IT | Pflegt Assets und Abhängigkeiten und bearbeitet Risiken gemeinsam mit dem ISB. |
| Geschäftsleitung | Trägt Schwellenwerte und Priorisierung und akzeptiert Restrisiken. |
So sieht das in der Praxis aus
Ein Beispiel aus der Fertigung zeigt, wie schnell eine belastbare Priorisierung entsteht. Zuerst bewertest du die Informationen nach Vertraulichkeit und Integrität:
| Information | Schutzbedarf Vertraulichkeit / Integrität |
|---|---|
| Fertigungszeichnungen, CNC-Programme | Katastrophal |
| Kunden- und Vertragsdaten | Schwerwiegend |
| Mitarbeiterdaten | Schwerwiegend |
| Kalkulationen | Schwerwiegend |
| Interne Verwaltungsdokumente | Gering |
Danach fragst du für jeden Prozess: Wie lange darf er ausfallen, bevor ein nicht mehr tragbarer Schaden entsteht? Die Antwort kennt jeweils die Person, die den Prozess verantwortet.
| Prozess | Verfügbar bis Schaden | Wer weiß das? |
|---|---|---|
| Fertigung | max. 4 Stunden | Produktionsleitung |
| Auftragsabwicklung | max. 1 Tag | Vertriebsleitung |
| Qualitätssicherung | max. 1 Tag | QM-Leitung |
| Verträge erstellen | 2 bis 3 Tage | Kaufmännische Leitung |
| Angebot erstellen | max. 1 Tag | Vertriebsleitung |
Mit diesen beiden Tabellen steht die Priorisierung bereits fest, noch bevor du ein einziges IT-System bewertest. Jedes System, das Fertigungszeichnungen speichert oder die Fertigung unterstützt, erbt später automatisch den hohen Schutzbedarf.
So setzt du den Ansatz im ISMS-Modul um
| Schritt | Was du tust | Anleitung |
|---|---|---|
| 1 | Geschäftsprozesse anlegen und Informationen verknüpfen | Artikel lesen |
| 2 | Informationen bewerten und BIA durchführen | Informationen · BIA |
| 3 | Assets anlegen und über Abhängigkeiten verbinden | Artikel lesen |
| 4 | Risiken an den kritischen Assets bewerten und behandeln | Artikel lesen |
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